Straßen ???
Ursula Sieber, 14.6.2007
Neulich mittwochs im Gäu : die Sonne scheint endlich wieder, frohgestimmte Menschen , darunter viele wichtige PolitikerInnen, der Musikverein Ergenzingen spielt auf, endlich wird die langersehnte Ortsumgehung eingeweiht. Gefreut hat man sich über die glücklichen Gesichter der Menschen der Bürgerinitiative „B14 raus aus dem Ort“ – waren sie doch jahrzehntelang geplagt vom Moloch Verkehr durch Lärm, Gestank und Feinstaub. Doch bei aller Euphorie wurde man doch nachdenklich bei den Reden der PolitikerInnen : große Begeisterung über die neuen, sprudelnden Steuermillionen, dadurch wachsende neue Begehrlichkeiten , kein Wort von Klimaschutz oder Umleitung des Schwerlastverkehrs auf die Schiene, obwohl in unmittelbarer Nähe die Fernstrecke Stuttgart-Mailand verläuft. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordert wenige Tage später landesweit : mehr Geld für den Klimaschutz – weniger Geld für Straßenbau. Der Bau von Straßen ziehe hohe Kosten nach sich. Jeder Euro, der heute in den Klimaschutz investiert wird, spare uns morgen zwei. Dagegen koste uns jeder Euro, der in den Straßenverkehr gesteckt wird, morgen 2 Euro für den Klimaschutz. Ein Umdenken ist dringend notwendig !!! Neue Problemfelder tun sich auf : auch Wurmlingen und Kiebingen ersticken im Verkehr, verstärkt sogar durch den neuen Teilabschnitt der B28a. Die Stadt Rottenburg muss sich aber davor hüten, dass ihre beiden Stadtteile Wurmlingen und Kiebingen , für die sie im gleichen Maße verantwortlich ist, gegeneinander ausgespielt werden Die planfestgestellte B28a, am Rand von Kiebingen, wird kommen, zwar ungewollt von den meisten KiebingerInnen, aber sie wird kommen, früher sogar, da das Geld dafür da zu sein scheint, früher als gefürchtet von Kiebingen oder gehofft von der anderen Neckarseite. Eins ist aber sicher, die Kiebinger und die Kiebingerinnen dürfen nicht unter dieser Situation leiden und sprichwörtlich unter die Räder kommen. Wenn die B28a durch das Neckartal kommt, muss Kiebingen mit allen Mitteln davor geschützt werden, zwischen neuer B28a und alter L370 zerrieben zu werden. Die SPD-Fraktion wird sich dafür einsetzen.

